FAQs
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Ziel der AI Factory Austria?
Die AI Factory Austria verfolgt das übergeordnete Ziel, eine zentrale Werkstatt und Labor für KI-Innovationen in Österreich aufzubauen. Es handelt sich um eine funktionale und organisatorische Einheit, in der KI-Lösungen entwickelt, trainiert und erprobt werden können – über Branchen hinweg von Industrie und Unternehmen bis zur öffentlichen Verwaltung. Anders als eine geplante „AI-Gigafactory“ (ein großindustrielles Rechenzentrum für generative KI), dient die AI Factory Austria als Testlabor mit umfangreicher Unterstützung: von Software-Stacks über Rechenleistung bis hin zu Serviceangeboten. Kurz gesagt: Sie soll Innovationen mit Künstlicher Intelligenz in Österreich fördern, indem sie Unternehmen und öffentlichen Stellen einen einfachen Zugang zu Infrastruktur, Know-how und Beratung bietet.
Wie ist die AI Factory Austria aufgebaut und strukturiert?
Die AI Factory Austria ruht auf drei zentralen Säulen:
- Hochleistungsrechner (HPC-Cluster): Ein neuer Supercomputer mit zugehörigem Speicher und Datenanbindung wird aufgebaut, um sichere und vertrauenswürdige KI-Anwendungen zu ermöglichen (Budget ca. 50 Mio. € für Aufbau und 5 Jahre Betrieb).
- Open-Source-Software-Stack: Um den Supercomputer nutzbar zu machen, wird ein eigener Software-Stack auf Basis offener Komponenten entwickelt, der den gesamten Lebenszyklus von KI-Anwendungen unterstützt (vom Training und Feintuning von Modellen bis zum Datenmanagement). Zudem entstehen Modell- und Daten-Repositorys mit vortrainierten KI-Modellen und relevanten Datensätzen, damit Unternehmen und Start-ups schnell KI-Services entwickeln und validieren können.
- Service-Hub: Zentral ist der AI Factory Austria Hub, der einerseits operative Unterstützung für die Nutzung der HPC-Infrastruktur bietet und andererseits aus einem Innovation Center und Learning Center besteht. Im Innovation Center stehen die Umsetzung von KI-Proof-of-Concepts und neue KI-Lösungen im Vordergrund sowie Unterstützung bei Geschäftsmodellentwicklung und “Access to Money” (Vernetzung von Start-ups mit Investoren). Das Learning Center bündelt Schulungs- und Weiterbildungsangebote, von Online- bis Vor-Ort-Kursen, um KI-Kompetenzen aufzubauen. Ergänzend wird ein Coworking Space in Wien eingerichtet, wo Unternehmen Projekte umsetzen und Start-ups vor Ort arbeiten können. Abgerundet wird das Angebot durch Beratung zu regulatorischen und ethischen Fragen, um vertrauenswürdige KI-Anwendungen sicherzustellen.
Welche Services und Ressourcen bietet die AI Factory Austria konkret an?
Die AI Factory Austria stellt ein umfassendes Service-Paket für KI-Projekte bereit. Dazu gehören insbesondere:
- Rechenleistung: Zugang zu einem modernen Supercomputer (High-Performance Computing Cluster) mit GPU-Ressourcen, der speziell für KI-Anwendungen ausgelegt ist. Unternehmen können darauf KI-Modelle trainieren, fine-tunen und ausführen (Inferenzen) – inklusive Unterstützung beim Datenmanagement und Modell-Deployment.
- Software & Tools: Ein vorkonfigurierter Open-Source-Software-Stack vereinfacht die Entwicklung entlang des gesamten KI-Lebenszyklus. Außerdem werden pre-trained KI-Modelle, Datenbanken und KI-Tools bereitgestellt, sodass Nutzer nicht bei Null anfangen müssen.
- Beratung und Experten-Support: Ein One-Stop-Shop-Ansatz sorgt dafür, dass Anwender zentral beraten werden. Das AI Factory Austria Team hilft bei Fragen zur Umsetzung von KI-Ideen, stellt Fachexperten zur Seite und gibt Anleitung bei der Auswahl geeigneter Technologien. Durch Coworking-Spaces und Community-Angebote können Unternehmen und Start-ups direkt mit KI-Experten zusammenarbeiten und von einer Beratungsfunktion in Form von Workshops und Sprechstunden profitieren.
- Trainings und Weiterbildung: Über das Learning Center gibt es Schulungsprogramme, um Know-how aufzubauen – von Grundlagenworkshops für KI-Einsteiger bis zu spezialisierten Kursen für erfahrene Anwender. Ziel ist es, auch Unternehmen ohne großes KI-Vorwissen den Einstieg zu erleichtern.
- Proof-of-Concept-Unterstützung: Die AI Factory Austria konzentriert sich darauf, Pilotprojekte und Prototypen (PoCs) gemeinsam mit den Anwendern zu entwickeln. Unternehmen können ihre KI-Ideen in einem geschützten Rahmen testen und weiterentwickeln, wobei das Risiko und der Aufwand für sie minimiert wird. Gelingt ein PoC, hilft die AI Factory Austria auch bei der Übergabe in den operativen Betrieb – etwa durch Vernetzung mit europäischen Cloud-Anbietern oder zukünftigen KI-Gigafactories für das Skalieren der Lösungen.
- Netzwerk und Community: Die AI Factory Austria fungiert als Netzwerkknoten, um Akteure der österreichischen KI-Landschaft zu verbinden. Sie bündelt bestehende Initiativen und erleichtert den Austausch zwischen Unternehmen, Start-ups, Forschung und öffentlicher Hand. So entsteht eine Community, in der Erfahrungen geteilt, Kooperationen initiiert und Synergien genutzt werden können.
Wie erhält man Zugang zu den Angeboten der AI Factory Austria?
Der Zugang soll so niederschwellig wie möglich gestaltet sein. Interessierte Unternehmen oder Organisationen können sich zunächst direkt an die AI Factory Austria wenden – zum Beispiel über die offizielle Website (ai-at.eu) oder per E-Mail an das AI Factory Austria Team. Geplant ist ein zentraler One-Stop-Shop, bei dem alle Anfragen gebündelt werden. Dort erhält man eine Erstberatung, welche Services, Programme oder Fördermöglichkeiten am besten zum eigenen Vorhaben passen. Die AI Factory Austria arbeitet eng mit Wirtschaftsverbänden (z. B. Industriellenvereinigung, Wirtschaftskammer) und Förderagenturen zusammen, um Unternehmen aktiv anzusprechen und zu unterstützen. Es wird regelmäßige Informationsveranstaltungen geben, und das Angebot wird agil an den Bedarf der Nutzer angepasst – Feedback von Unternehmen und anderen Nutzern fließt also kontinuierlich in die Gestaltung der Services ein.
Fallen für die Nutzung der AI Factory Austria Kosten an, und gibt es Förderungen?
Die Nutzung der AI Factory Austria soll in der Startphase kostenfrei oder stark gefördert sein. Insbesondere Start-ups und KMU werden die Services gratis nutzen können. Generell bemüht sich das Konsortium, den Zugang für alle in den ersten Jahren unentgeltlich zu gestalten. Möglich wird dies durch das hohe Fördervolumen des Projekts (rund 80 Mio. €) – die Infrastruktur und Expert:innenleistungen sind bereits finanziert („ausfinanziert“), sodass Proof-of-Concepts ohne Kostenrisiko für die Anwender durchgeführt werden können. Natürlich muss das Modell mit den beihilferechtlichen Vorgaben (Stichwort EU-Beihilfenrecht) vereinbar sein, daher wird hier eng mit Ministerien und Förderstellen abgestimmt. Langfristig ist geplant, die AI Factory Austria mit bestehenden Förderprogrammen zu verzahnen: Unternehmen könnten z. B. im Rahmen von F&E-Förderprojekten auf die AI Factory Austria-Infrastruktur zugreifen. Zusammengefasst bedeutet das: In der Anfangsphase entstehen den Nutzern keine direkten Kosten – die Finanzierung erfolgt über das Projekt und öffentliche Mittel –, und parallel wird an nachhaltigen Fördermodellen für die Zukunft gearbeitet.
Wie stellt die AI Factory Austria die Sicherheit von Unternehmensdaten sicher?
Datensicherheit hat oberste Priorität. Die AI Factory Austria plant, die Infrastruktur nach strengen Sicherheitsstandards zu betreiben. Konkret strebt man Zertifizierungen nach der NIS II Richtlinie (Netz- und Informationssicherheit) und ISO 27001 an. Die gesamte Plattform wird mandantenfähig aufgebaut – sprich, die Daten und Berechnungen jeder Nutzerorganisation sind klar voneinander isoliert, sodass keine unbefugten Zugriffe möglich sind. Ergänzende organisatorische Maßnahmen (z. B. Zugriffsberechtigungen, Monitoring) sollen ein höchstmögliches Sicherheitsniveau garantieren. Diese Vorkehrungen wurden in direktem Dialog mit Unternehmen priorisiert, da gerade Industrie und Mittelstand großes Augenmerk auf den Schutz sensibler Daten legen. Zusammen mit der vorgesehenen rechtlichen und ethischen Begleitung – etwa bei Fragen der Nutzung von Datenbanken im Hinblick auf Urheberrecht – schafft die AI Factory ein vertrauenswürdiges Umfeld für KI-Experimente. Unternehmen können also ihre Daten für Proof-of-Concepts einsetzen, ohne befürchten zu müssen, dass diese in falsche Hände geraten oder missbraucht werden.
Wie sieht der Zeitplan für die AI Factory Austria aus? (Supercomputer-Aufbau und Coworking Space)
Das Projekt befindet sich derzeit im Aufbau (Start 2025). Im Juli 2025 soll die AI Factory Austria operativ starten und im Oktober 2025 sollen erste Services für Pilotnutzer angeboten werden. Parallel dazu wird die Hardware beschafft – der Supercomputer entsteht als gemeinsames europäisches Beschaffungsprojekt – und schrittweise installiert. Laut Plan wird der vollständige HPC-Cluster im Januar 2027 betriebsbereit sein und zur Verfügung stehen.
Der Coworking Space in Wien wird voraussichtlich schon deutlich früher nutzbar sein. Die genaue Location wird noch festgelegt; sie wird aber in Wien liegen, entweder in Nähe der TU Wien (Karlsplatz) oder im Gebiet St. Marx, wo sich ein Technologie-Cluster befindet. Wichtig ist den Organisatoren, dass der Standort gut öffentlich erreichbar ist. Der Coworking Space soll als physischer Treffpunkt dienen, an dem Projektteams, Start-ups und Experten der AI Factory Austria gemeinsam an KI-Projekten arbeiten und sich austauschen können.
Ist die AI Factory Austria ausschließlich für österreichische Akteure gedacht, oder können auch internationale Partner sie nutzen?
Obwohl die AI Factory Austria primär österreichische Unternehmen und Institutionen adressiert, ist sie in ein europäisches Netzwerk eingebunden und steht grundsätzlich auch internationalen Nutzern offen. Der Supercomputer wird zur Hälfte über EuroHPC (die europäische Hochleistrechren-Initiative) finanziert, was bedeutet, dass ein Teil der Rechenressourcen EU-weit vergeben wird. Der Zugang zu diesen HPC-Ressourcen erfolgt über europaweite Ausschreibungs- und Auswahlverfahren, ähnlich wie bei anderen EuroHPC-Systemen. Die Service-Leistungen (Beratung, Trainings etc.) richten sich zwar in erster Linie an Akteure in Österreich, doch auch Unternehmen aus anderen europäischen Ländern können sich um Teilnahme bemühen. Insbesondere mit Nachbarländern ohne eigene AI Factory (z. B. die Slowakei) ist eine Zusammenarbeit angedacht. Hierfür sollen sogenannte “AI Factory Antennas” eingerichtet werden – lokale Anlaufstellen in den Ländern, die keine eigene AI Factory besitzen, um dort interessierte Unternehmen zu betreuen und als Brücke zur AI Factory Austria zu dienen. Kurzum: Internationale Partner sind willkommen, und die AI Factory Austria versteht sich als Teil der europäischen KI-Community.
Welche europäische Dimension hat das Projekt – wie ist die AI Factory Austria in Europa vernetzt?
Die AI Factory Austria ist ein Baustein der europäischen KI-Initiative. Sie wurde im Rahmen eines EU-Calls ausgewählt und mit EU-Mitteln kofinanziert (EuroHPC-Programm). Entsprechend ist sie von Anfang an darauf ausgerichtet, mit den anderen entstehenden AI Factories in Europa zusammenzuarbeiten und sich auszutauschen. Das Team der AI Factory Austria steht im engen Kontakt mit Partnern in anderen Ländern, um Best Practices zu teilen – welche Services funktionieren gut, wie können Unternehmen am effektivsten unterstützt werden etc.. Parallel dazu läuft die Abstimmung mit europäischen Cloud-Providern und den geplanten KI-Gigafactories. Ziel ist es, eine nahtlose Verbindung herzustellen: Die AI Factories dienen als nationale Test- und Experimentierumgebungen, während die Gigafactories in einigen Jahren den großskalierten operativen Betrieb ermöglichen. Durch diese Verzahnung kann eine KI-Lösung, die in der AI Factory Austria als Prototyp entwickelt wurde, später problemlos auf europäische Großrecheninfrastrukturen übertragen und hochskaliert werden. Ein weiterer Aspekt der europäischen Dimension ist der Open-Source-Ansatz: Die AI Factory setzt bewusst auf offene Software-Stacks und stimmt sich mit europäischen Initiativen (z. B. Cloud-Anbietern) ab, um Unternehmen eine leicht zugängliche, souveräne Alternative zu proprietären KI-Plattformen zu bieten. All dies geschieht im Einklang mit der europäischen Datenstrategie – etwa durch Anbindung an europäische Datenräume, die wichtige Quellen für Trainingsdaten darstellen. Die AI Factory Austria trägt somit dazu bei, ein paneuropäisches KI-Ökosystem zu formen.
Gibt es Beispiele für konkrete KI-Anwendungen, die in der AI Factory Austria entwickelt werden könnten?
Ja, die Bandbreite an möglichen KI-Anwendungsfällen ist groß – im Prinzip überall dort, wo entlang der Wertschöpfungskette Daten anfallen, können KI-Methoden helfen. Um ein konkretes Beispiel zu nennen: Im Bereich Materialforschung könnte eine Firma KI nutzen, um neue Werkstoffe zu entwickeln. Mithilfe generativer KI lassen sich wissenschaftliche Literatur und Datenbanken automatisch durchforsten, um Muster und Zusammenhänge zu finden, die für neue Materialien relevant sind. Diese Erkenntnisse kann man dann mit Labor-Daten verknüpfen und mittels Machine Learning analysieren, um gezielt vielversprechende Materialkandidaten zu identifizieren. Ein solcher KI-gestützter Ansatz beschleunigt die Entwicklungszyklen erheblich gegenüber herkömmlichen Methoden.
Dieses Beispiel steht stellvertretend für viele Branchen: KI-Potenziale gibt es in nahezu allen Bereichen, von Design und Engineering über die Produktion bis hin zu Vertrieb, After-Sales und Marketing. Unternehmen sollten sich fragen, wo in ihren Abläufen das größte Potenzial für KI-Unterstützung liegt – die AI Factory hilft dann dabei, entsprechende Lösungen zu entwickeln und zu testen. Es wurden bereits einige Fokusfelder identifiziert, in denen Österreich besondere Stärken hat und die daher initial priorisiert werden: Dazu zählen u. a. Biotechnologie und Life Sciences (etwa Pharma und Medizinforschung, wo Wien international sichtbar ist), die produzierende Industrie (von Prozessoptimierung bis neue Werkstoffe), die öffentliche Verwaltung (mit dem Ziel, Behördenleistungen effizienter und bürgerfreundlicher zu machen) und der Bereich Physik/Grundlagenforschung (z. B. Einsatz von KI bei der Werkstoff- oder Quantenforschung). Diese Liste ist jedoch nicht abschließend – die AI Factory ist offen für alle Anwendungsbereiche, die von Unternehmen oder Behörden an sie herangetragen werden. Wichtig ist am Ende, greifbare Pilotprojekte vorweisen zu können, die zeigen, welchen Mehrwert KI in unterschiedlichen Domänen stiften kann.
Welche Rolle spielt die AI Factory Austria im Kontext der digitalen Souveränität Europas?
Die AI Factory Austria leistet einen Beitrag zur digitalen Souveränität Europas, indem sie Teil einer europäischen Infrastruktur für vertrauenswürdige KI wird. Die Idee dahinter ist, Schlüsseltechnologien wie KI nicht ausschließlich den globalen Tech-Giganten zu überlassen, sondern innerhalb Europas eigene Fähigkeiten und Ressourcen aufzubauen. Die AI Factory fungiert hierbei als Test- und Innovationsumgebung auf nationaler Ebene, wo KI-Lösungen unter europäischen Datenschutz- und Ethikstandards entwickelt werden. Für den produktiven Betrieb und die Skalierung dieser Lösungen plant die EU einige wenige, sehr große KI-Gigafactories – fünf Stück sind in Europa vorgesehen – die dann gewissermaßen das Gegenstück zu den Rechenzentren amerikanischer Tech-Konzerne bilden. Gemeinsam mit diesen Gigafactories schafft die AI Factory die Voraussetzung, dass europäische Unternehmen Zugang zu erstklassiger KI-Infrastruktur haben, ohne von außereuropäischen Anbietern abhängig zu sein.
Hinzu kommt der Open-Source-Softwarestack, den die AI Factory aufbaut: Durch die Fokussierung auf offene Software und Schnittstellen wird vermieden, dass sich Nutzer in proprietäre Ökosysteme begeben müssen. Stattdessen entsteht eine leicht zugängliche, interoperable Plattform, die mit europäischen Cloud-Diensten harmoniert. Dies stärkt die Unabhängigkeit (Souveränität) in zweifacher Hinsicht: erstens technisch, da Europa eigene Kompetenzen bei KI-Systemen entwickelt, und zweitens vertrauensmäßig, da europäische Werte wie Datenschutz, Transparenz und Trustworthy AI von Anfang an berücksichtigt werden. Kurz gesagt: Die AI Factory soll helfen, Europas „digitale Eigenständigkeit“ im KI-Bereich zu wahren und auszubauen, indem sie heimischen Akteuren eine starke Alternative bietet, um KI-Innovationen sicher, ethisch und in europäischer Hand voranzutreiben.
Welche Unterstützung bietet die AI Factory Austria speziell für Start-ups?
Start-ups stehen im besonderen Fokus der AI Factory Austria. Jungunternehmen können sich ab Herbst 2025 bewerben. Sie erhalten umfassende Unterstützung, um ihre Geschäftsidee mit KI-Komponenten weiterzuentwickeln. Die Unterstützung kombiniert technische Hilfe (Zugang zu KI-Experten, Datenspezialisten, Mentoren) mit betriebswirtschaftlicher Beratung (Business Development, Pitch-Training etc.), sodass ein ganzheitliches Paket entsteht. Auch ein Access-to-Money-Modul ist geplant, bei dem die AI Factory Start-ups gezielt mit Investoren vernetzt, um Finanzierung für vielversprechende KI-Ideen zu erleichtern.
Zum anderen profitieren Start-ups von denselben kostenlosen Ressourcen wie andere KMU: Sie erhalten Zugang zur Recheninfrastruktur und den Software-Tools der AI Factory ohne Nutzungsgebühr. Gerade für junge Firmen, die sich teure GPU-Server oder Lizenzen sonst nicht leisten könnten, ist das ein großer Vorteil. Außerdem können Start-ups den Coworking Space nutzen, um vor Ort in Wien mit dem AI Factory Team und anderen Innovatoren zusammenzuarbeiten – so entsteht ein produktives Umfeld und wertvolles Networking. Durch diese Maßnahmen will die AI Factory dazu beitragen, dass aus guten KI-Ideen schneller marktfähige Lösungen und erfolgreiche Neugründungen entstehen.
Welchen konkreten Nutzen haben Unternehmen von der AI Factory?
Für Unternehmen – ob Mittelstand oder Großbetrieb – bietet die AI Factory Austria die Chance, KI-Innovationen mit minimalem Risiko auszuprobieren und umzusetzen. Normalerweise sind KI-Projekte mit erheblichem Aufwand und Ungewissheit verbunden. Die AI Factory hingegen schafft einen geschützten Raum für Proof-of-Concepts: Firmen können neue KI-Anwendungsfälle in ihrem Geschäftsbereich identifizieren und gemeinsam mit den Expert:innen der AI Factory pilotieren, ohne sofort große Investitionen tätigen zu müssen. Die benötigte Infrastruktur und personelle Unterstützung wird gestellt, was die Einstiegshürden stark senkt. Damit wird das Innovationsrisiko für das Unternehmen deutlich reduziert.
Zudem fungiert die AI Factory als Beratungs- und Vermittlungsstelle. Unternehmen bekommen in der AI Factory Austria Zugang zu geballtem Know-how – sei es in Form von technischen KI-Experten, Branchen-Fachwissen aus dem Netzwerk oder Schulungsprogrammen, um die eigenen Mitarbeiter weiterzubilden. Durch Coworking und Community-Events können Unternehmensvertreter direkt mit Spezialisten zusammenarbeiten, was den Wissenstransfer fördert. Sollte ein KI-Vorhaben die Kapazitäten der AI Factory übersteigen oder sehr spezielles Forschungswissen erfordern, wird das Unternehmen an passende Partner im Netzwerk – etwa Universitäten oder außeruniversitäre Institute – weitergeleitet. Damit fungiert die AI Factory auch als Lotse: Sie bietet Hilfe zur Selbsthilfe und begleitet Firmen bei den ersten KI-Schritten, steht aber ebenso bereit, um an Experten oder Förderprogramme weiterzuvermitteln, wenn dies nötig ist.
Schließlich entstehen für Unternehmen auch Synergien durch das Netzwerk. In der AI Factory treffen unterschiedliche Akteure und Branchen aufeinander, was neue Kooperationen ermöglicht. Ein KMU kann z. B. von den Erfahrungen eines anderen profitieren oder gemeinsam mit einem Start-up und Forschungspartnern an einem Use-Case arbeiten. Insgesamt können Unternehmen durch die AI Factory schneller herausfinden, welches Potenzial KI für sie hat, und erhalten Unterstützung, um dieses Potenzial mit vertretbarem Aufwand zu heben.
Wie wird mit bestehenden Unternehmens- und Forschungsinitiativen zusammengearbeitet?
Die AI Factory setzt auf Kooperation statt Konkurrenz mit bestehenden Initiativen. Sie ist so konzipiert, dass sie kein bereits vorhandenes Angebot dupliziert, sondern vielmehr als Knotenpunkt dient, der verschiedene Kräfte bündelt. Im Konsortium der AI Factory sind alle wichtigen Player der österreichischen Forschungs- und Innovationslandschaft vertreten – von Universitäten (z. B. TU Wien, JKU Linz) über Forschungszentren (AIT, ÖAW) bis zu Startup-Inkubatoren (wie INiTS in Wien oder EXISTer am ISTA). Dieses breite Partnernetz gewährleistet, dass Expertise aus allen Gebieten abrufbar ist.
Praktisch läuft die Zusammenarbeit so, dass die AI Factory als erste Anlaufstelle für Unternehmen fungiert. Wenn ein Unternehmen mit einer Fragestellung kommt, bietet die AI Factory zunächst niederschwellige Services an – z. B. Beratung, Workshops, Hilfestellung in einem Coworking-Projekt. Sollte sich dabei herausstellen, dass für die Lösung des Problems tiefgreifende Forschung notwendig ist oder ein sehr spezifisches Know-how gebraucht wird, schaltet die AI Factory gezielt ihre Partner ein. Ein Beispiel: Entwickelt sich aus einer Unternehmensfrage ein Thema, das Grundlagenforschung erfordert (etwa eine neuartige KI-Methodik), könnte die AI Factory empfehlen, ein kooperatives Forschungsprojekt aufzusetzen. Sie würde den Kontakt zu jener wissenschaftlichen Einrichtung herstellen, die auf diesem Gebiet führend ist (z. B. einer Uni oder einem FWF-Exzellenzcluster), und das Unternehmen aktiv an diese Partner weiterleiten.
Auf diese Weise verbindet die AI Factory Wirtschaft und Wissenschaft. Unternehmen profitieren von schnelleren Antworten und Lösungen, weil sie nicht selbst erst mühsam nach den richtigen Ansprechpartnern suchen müssen. Und Forschungsinstitute erreichen über die AI Factory mehr Unternehmen, die an ihren Technologien interessiert sind. Insgesamt entsteht ein Ökosystem, in dem jeder das tut, was er am besten kann: Die AI Factory liefert Infrastruktur und Praxis-Know-how, die Forschung liefert Spezialwissen und neue Technologien – und gemeinsam bringt man KI-Innovationen effizienter zur Anwendung.
Wie können sich Forschungsinstitutionen in die AI Factory Austria einbringen?
Forschungsinstitutionen – Universitäten, Fachhochschulen, außeruniversitäre Institute – sind integraler Bestandteil der AI Factory. Zum einen sind viele von ihnen direkt im Konsortium vertreten und helfen beim Aufbau der Infrastruktur und Services. Zum anderen bietet die AI Factory allen Forschungseinrichtungen die Möglichkeit, ihre Expertise in laufende Projekte einzubringen. Wenn etwa bereits Schulungsprogramme oder Toolkits an einer Uni existieren, die für Unternehmen nützlich sind, möchte die AI Factory diese nicht neu erfinden, sondern bewusst auf solche bestehenden Angebote zurückgreifen. Forscherinnen und Forscher können der AI Factory also mitteilen, welche Assets (Trainings, Libraries, Algorithmen etc.) sie beisteuern können, damit diese ins Service-Portfolio aufgenommen werden.
Zudem fungiert die AI Factory als Vermittler für Forschungskooperationen. Wie oben beschrieben, werden Unternehmen mit sehr forschungsintensiven Anliegen an geeignete wissenschaftliche Partner verwiesen. Dadurch entstehen neue Projekte an der Schnittstelle von Wissenschaft und Wirtschaft. Forschungseinrichtungen können über die AI Factory leichter mit Industriepartnern in Kontakt treten, die konkrete Problemstellungen und Daten mitbringen – was wiederum für angewandte Forschungsprojekte ideal ist. Forscher können auch eigene Ideen an die AI Factory herantragen, um sie mit industriellen Daten zu erproben. In Zukunft sind Formate denkbar wie “Researcher in Residence”, wo Wissenschaftler zeitweise im Coworking Space der AI Factory mit Unternehmen zusammenarbeiten.
Nicht zuletzt hilft die AI Factory, Forschungsresultate in die Praxis zu transferieren. Da AIT und Universitäten beteiligt sind, besteht ein ständiger Austausch: Neue Algorithmen oder Erkenntnisse aus der KI-Forschung können in der AI Factory direkt an Use Cases getestet und weiterentwickelt werden. Umgekehrt fließen die Erfahrungen aus der Anwendung zurück in die Forschung (z. B. welche Methoden besonders gut funktionieren oder wo es noch Lücken gibt). Diese enge Verflechtung von Forschung und Anwendung ist ein Kernprinzip der AI Factory.
Welche Vorteile bietet die AI Factory der öffentlichen Verwaltung?
Die öffentliche Hand zählt ausdrücklich zu den Zielgruppen der AI Factory Austria. Österreichs Verwaltung ist im Bereich E-Government bereits international führend; es gibt einen staatlichen KI-Umsetzungsplan, der als Grundlage dient. Allerdings schlummern hier noch weitaus größere Potenziale. Die AI Factory soll Behörden dabei unterstützen, KI-Lösungen für Verwaltungsaufgaben zu entwickeln – zum Beispiel zur Automatisierung von Routinetätigkeiten, zur besseren Auswertung von großen Datenbeständen oder für bürgernahe Services (Chatbots, personalisierte Dienstleistungen etc.). Durch KI könnten Verwaltungsleistungen künftig effizienter und kostengünstiger erbracht werden, ohne an Service-Qualität einzubüßen. Das ist insbesondere vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels und steigender Aufgaben wichtig, um die Leistungsfähigkeit der Verwaltung hochzuhalten.
Behörden können über die AI Factory auf Ressourcen zugreifen, die sie selbst kaum aufbauen könnten: Etwa Rechenkapazität für datenintensive KI-Modelle oder hochqualifiziertes Personal zur Datenanalyse. Zugleich sorgt die AI Factory dafür, dass alle rechtlichen und ethischen Rahmenbedingungen eingehalten werden – ein zentraler Aspekt für den öffentlichen Sektor. Fragen des Datenschutzes, der IT-Sicherheit und der Transparenz von KI-Systemen werden von Anfang an mitbedacht (Stichwort vertrauenswürdige KI). Die Verwaltung kann so Innovation wagen, ohne Compliance-Bedenken. Einige Anwendungsfelder, die man sich vorstellen kann, sind z. B. vorausschauende Wartung im Infrastrukturbereich, KI-Unterstützung bei der Antragsbearbeitung oder Entscheidungsfindung, oder Prognosemodelle zur besseren Ressourcenplanung. Indem die AI Factory verschiedene Ministerien, Ämter und öffentliche Betriebe in Projekten zusammenbringt, entsteht auch hier eine Lernplattform: Gute KI-Lösungen, die an einer Stelle entwickelt wurden, können über das Netzwerk rasch in andere Behörden getragen werden. Insgesamt hilft die AI Factory der öffentlichen Hand, digitale Souveränität zu bewahren – also neueste KI-Technologien zum Wohle der Bürger einzusetzen, ohne sich von einzelnen Anbietern abhängig zu machen. Sie ist damit ein wichtiger Baustein, um Verwaltung innovativ, effizient und gleichzeitig sicher und rechtskonform weiterzuentwickeln.
Kontakt
Allgemeine Anfragen
Für allgemeine Fragen rund um die AI Factory Austria AI:AT oder bei ersten Interesse an unseren Angeboten schreiben Sie bitte an:
Kundensupport
Wenn Sie AI:AT Services nutzen und Unterstützung brauchen, erreichen Sie unser Support-Team unter:
Technischer Support
(VSC-5 & MUSICA)
Für technische Fragen oder Probleme bezüglich VSC-5 oder MUSICA nutzen Sie bitte:
Anfragen zu Trainings, Kursen & Webinaren
Wenn Sie sich für Trainings, Workshops, Kurse oder Webinare interessieren, wenden Sie sich bitte an:
Medienanfragen & Kooperationen
Presseanfragen, Medienanfragen oder Kooperationsanliegen richten Sie bitte an:
