News | 23. März, 2026

AI Factory Austria bei der arbeit.digital Zukunftskonferenz 2026

KI für die Zukunft der Arbeit gestalten – Erkenntnisse von der arbeit.digital Zukunftskonferenz 2026
Künstliche Intelligenz verändert die Art und Weise, wie Arbeit organisiert, gesteuert und erlebt wird. Von KI und algorithmischer Entscheidungsfindung bis hin zu neuen digitalen Infrastrukturen – ihre Auswirkungen sind in allen Bereichen von Wissenschaft und Industrie spürbar. Weniger klar ist hingegen, wie dieser Wandel gestaltet werden sollte.

Dies war die zentrale Frage der arbeit.digital Zukunftskonferenz 2026, die vom 18. bis 20. März in Wien stattfand. Die Prämisse des Veranstalters, der Arbeiterkammer Wien: Technologischer Wandel geschieht nicht von selbst – er wird aktiv von Menschen, Unternehmen und Regierungen gestaltet. Die Zukunft der Arbeit sollte daher nicht allein externen Kräften überlassen bleiben, sondern erfordert eine bewusste Gestaltung durch Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.

Das Konferenzprogramm konzentrierte sich auf drei miteinander verknüpfte Themen: Europas digitale Souveränität, die Realitäten am Arbeitsplatz und regulatorische Rahmenbedingungen.

Ein roter Faden, der sich durch alle Diskussionen zog, war zweigeteilt: Einerseits sieht sich Europa zunehmenden externen Abhängigkeiten gegenüber – von Hardware-Lieferketten bis hin zu globalen Plattformanbietern. Andererseits besteht ein starkes Bekenntnis zu Werten wie Datenschutz, Fairness und demokratischer Teilhabe. Die Zukunft der Arbeit wird an der Schnittstelle dieser Kräfte gestaltet.

Strategie ist nicht der Engpass

In vielen Diskussionen wurden bereits bestehende erfolgreiche Strategien hervorgehoben – sowohl auf EU-Ebene als auch im Rahmen nationaler Initiativen. 

Die Herausforderung liegt in der Umsetzung:

  1. Wie führen Investitionen in KI-Infrastruktur zu echten Produktivitätsgewinnen?
  2. Wie können Organisationen KI in bestehende Arbeitsabläufe integrieren, ohne den Betrieb zu stören?
  3. Und wie können Mitarbeiter ihre Handlungsfähigkeit und Mitbestimmung bewahren, anstatt von der Technologie an den Rand gedrängt zu werden?

In Workshops und Podiumsdiskussionen kam man zu dem Schluss, dass der Erfolg oder Misserfolg der KI-Einführung nicht auf der Ebene der Technologie, sondern auf der Ebene der Organisation und der Menschen entschieden wird. Fragen der Mitbestimmung, des Vertrauens und der Benutzerfreundlichkeit stehen im Mittelpunkt und bestimmen, ob Systeme in der Praxis akzeptiert und genutzt werden.

Infrastruktur als Voraussetzung

Gleichzeitig ist die Zukunft der Arbeit zunehmend an die Infrastruktur gebunden. KI im großen Maßstab erfordert Rechenleistung, Energie und sichere Datenumgebungen – Ressourcen, die nach wie vor ungleich verteilt sind.

Mehrere Beiträge hoben die wachsende Bedeutung europäischer Initiativen wie EuroHPC hervor, die massiv in erstklassige Supercomputing- und Quantencomputing-Infrastruktur investieren, den Zugang zu HPC fördern und die Kapazitäten auf dem gesamten Kontinent ausbauen. Das Ziel ist nicht nur technologische Wettbewerbsfähigkeit, sondern die Fähigkeit, KI-Systeme unter europäischen Bedingungen zu entwickeln und zu betreiben.

Die Rolle von AI:AT

In diesem Zusammenhang trug AI Factory Austria AI:AT – vertreten durch AI:AT-Co-Leiter Karl Kugler – zu Diskussionen über den verantwortungsvollen und vertrauenswürdigen Einsatz von KI bei.

AI:AT fungiert als neutraler und unabhängiger Vermittler zwischen Infrastrukturanbietern, Nutzern und Ökosystempartnern. Es unterstützt Organisationen beim Zugang zur europäischen HPC-Infrastruktur, bei der Arbeit in sicheren Datenumgebungen und bei der praktischen Umsetzung von KI.

Der Fokus liegt nicht auf der Technologie um ihrer selbst willen, sondern darauf, sie in realen Kontexten nutzbar und relevant zu machen. Einfach ausgedrückt: die Infrastruktur näher an die Nutzer heranzubringen, anstatt von den Nutzern zu erwarten, dass sie sich an sie anpassen.

Die Konferenz machte deutlich, dass die Gestaltung von KI im Arbeitskontext keine rein technische Aufgabe ist. Sie erfordert Koordination, Kompromisse, klare Prioritäten und auch Räume, in denen diese Fragen offen diskutiert werden können – bevor Entscheidungen endgültig getroffen werden.

Die Zukunft der Arbeit nimmt bereits Gestalt an. Die Frage ist nicht, ob KI Teil davon sein wird, sondern unter welchen Bedingungen.

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