News | 20. Mai, 2026

Coworking Spotlight: Soda Zitron gegen AI Slop

AI Factory Austria AI:AT startet eine neue Blogserie, in der Startups, KMU und Forschende aus dem AI:AT Coworking Hub in Wien vorgestellt werden und gezeigt wird, wie sie Künstliche Intelligenz in der Praxis einsetzen. In dieser Ausgabe gibt Irdin (Nino) Begic, Co-Founder der KI-Media-Agentur Soda Zitron, Einblicke in seine Perspektive auf hochwertige KI-Bildgenerierung.

Gastbeitrag von Irdin (Nino) Begic
 

Künstliche Intelligenz hat die Kreativbranche in bemerkenswert kurzer Zeit verändert. Bilder, Videos und ganze Kampagnen können heute schneller produziert werden als je zuvor. Mit dieser Beschleunigung geht jedoch auch eine wachsende Tendenz einher, Geschwindigkeit mit Qualität zu verwechseln.

Vieles von dem, was aktuell den visuellen Output generativer Tools prägt, ist nicht unbedingt hochwertig – sondern schlicht schnell genug. Für viele scheint diese Schwelle ausreichend zu sein. Soda Zitron arbeitet jedoch mit einem anderen Qualitätsanspruch.

 

KI als letzter Schritt – nicht als Ausgangspunkt
 
Viele heutige KI-Workflows basieren darauf, zunächst Bilder zu generieren und Probleme erst im Nachhinein zu korrigieren. Soda Zitron verfolgt einen anderen Ansatz. Das Team behandelt generative KI als finalen Render-Schritt und nicht als Beginn der Produktion.
 
Der Großteil der Arbeit passiert, bevor überhaupt ein Bild generiert wird. Dazu gehören unter anderem die Definition von:
 
  • Objektiveigenschaften und Verzerrungsverhalten
  • Licht-Setups und Lichtabfall
  • Farb-Pipelines über alle Shots hinweg
  • Bildausschnitt, Komposition und Kameralogik
  • kuratierten Referenzen und projektspezifischen LoRAs
Erst wenn diese Parameter festgelegt sind, kommt KI im Workflow zum Einsatz.
 
Dieser Ansatz basiert auf dem Hintergrund des Teams in Filmproduktion, Werbung, Visual Effects und High-End-Postproduktion – Bereichen, in denen visuelle Konsistenz auf bewussten Entscheidungen basiert und nicht auf Trial-and-Error.

KI-generierte Grafiken, die über eine eigenständige europäische und vollständig lokale Produktionspipeline gerendert wurden. Fotocredit: SodaZitron Media

Warum Produktionsqualität bei KI-Workflows entscheidend ist
 
In der Praxis spiegelt generative KI häufig die Qualität der Entscheidungen wider, die hinter ihr stehen. Eine klare kreative Richtung führt zu kohärenteren und reproduzierbaren Ergebnissen, während inkonsistente Inputs oft zu generischen Visuals führen – unabhängig davon, wie leistungsfähig das zugrunde liegende Modell ist.
 
Soda Zitron setzt daher stark auf kontrollierte lokale Produktions-Workflows. Durch lokal betriebene Systeme statt ausschließlicher Abhängigkeit von externen Cloud-Plattformen behält das Team mehr Kontrolle über Bildqualität, Reproduzierbarkeit und Datenhandling.
 
Damit wird auch ein wachsendes Problem vieler Organisationen adressiert: die Abhängigkeit von Drittanbieter-Plattformen und KI-Tools. Funktionen, Preismodelle und Workflows können sich schnell ändern und erschweren langfristige Planung. Lokale Produktionsumgebungen ermöglichen stabilere und besser vorhersehbare Pipelines und unterstützen zugleich eine stärkere Datensouveränität.
 
Gleichzeitig geht das übergeordnete Ziel darüber hinaus, hochwertige visuelle Produktion zugänglicher zu machen. Hochwertige Werbe- und Medienproduktion war traditionell mit großen Budgets und komplexer Infrastruktur verbunden. Die Kombination etablierter Produktionsmethoden mit generativer KI eröffnet nun auch kleineren Teams und Marken neue Möglichkeiten, professionelle visuelle Inhalte effizienter zu produzieren.
 
Dabei geht es nicht einfach darum, mehr Content zu produzieren, sondern besseren, konsistenteren und bewusster gestalteten Content
Über Soda Zitron
 
Soda Zitron ist eine Wiener KI-Media-Agentur mit Fokus auf KI-gestützte visuelle Produktion, Media-Workflows und kreative Content-Generierung.
 
 
Das Team vereint Expertise aus Filmproduktion, Visual Effects, 3D-Art und High-End-Postproduktion und bringt Erfahrungen aus internationalen Medien- und Werbeprojekten in KI-gestützte Produktionsumgebungen ein.
 
Soda Zitron ist seit Februar 2025 Teil des AI:AT Coworking Hub und bringt dort die Perspektive der Kreativbranche in die wachsende interdisziplinäre AI:AT-Community aus Startups, Forschenden, Entwickler:innen und Innovationspartner:innen ein.
 

Idrin (Nino) Begic, StefanFraberger, MatthiasLinsbauer. Fotocredit: SodaZitron Media

„Die Unterstützung durch die AI Factory ist für uns vor allem im Bereich Wissenstransfer besonders wertvoll. Innerhalb Europas und speziell in Österreich gibt es bislang noch vergleichsweise wenig praktische Erfahrung mit generativer KI in Produktionsumgebungen. Genau deshalb ist der Austausch mit anderen Expert:innen so wichtig. Besonders in Bereichen wie Sales, Marketing und Business Development sind hier sehr erfahrene Personen involviert, von deren Perspektiven und Expertise wir profitieren können, während unser eigener Fokus stärker auf der technologischen Seite liegt.“

Am 13. April co-hostete Irdin (Nino) Begic ein Meetup für die Kreativbranche im AI:AT Hub, bei dem Kreative, Gründer:innen und KI-Praktiker:innen zusammenkamen, um darüber zu diskutieren, wie Künstliche Intelligenz visuelle Produktion und kreative Workflows verändert. Gemeinsames Fazit: Kreativität wird durch KI nicht ersetzt, sondern verstärkt. Entscheidend ist nicht, wer die schnellsten Tools hat, sondern wer Ideen, Haltung und ein Verständnis für Bildsprache mitbringt.

Mehr Einblicke in die Arbeit von Soda Zitron gibt es im Interview mit unseren Partnern von INiTS – Vienna’s High-Tech Incubator. Dort spricht Idrin (Nino) darüber:

  • wie sich kreative Arbeit durch KI verändert
  • wo Gründer:innen neue Chancen erkennen können
  • was es bedeutet, ein Unternehmen aufzubauen, während sich die Spielregeln der Branche laufend verändern

Interview mit Idrin (Nino) Begic © Natascha Trzepizur, INiTS – Vienna’s High-Tech Incubator

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